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Tomaten gegen Fettleber
Tomaten gegen Fettleber: Was die neue Studie wirklich zeigt
Stand: 4. August 2026
Eine Fettleber wird häufig zufällig entdeckt.
Vielleicht waren die Leberwerte bei einer Routineuntersuchung auffällig. Vielleicht zeigte der Ultraschall eine verfettete Leber, obwohl man sich eigentlich gesund fühlte. Viele Betroffene sind zunächst überrascht, denn eine Fettleber verursacht lange Zeit kaum eindeutige Beschwerden.
Dann folgen meist dieselben Empfehlungen: weniger Zucker, weniger Alkohol, mehr Bewegung und bei Übergewicht einige Kilogramm abnehmen.
Eine neue Studie lenkt den Blick nun auf ein Lebensmittel, das in fast jeder Küche zu finden ist: die Tomate.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine tägliche Kombination aus rohen Tomaten und Tomatensauce die Fettansammlung in der Leber verringern könnte. Besonders interessant ist, dass sich der gemessene Leberfettwert verbesserte, obwohl die Teilnehmer nicht stärker abnahmen als die Vergleichsgruppe.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Tomaten eine Fettleber heilen können. Die Studie liefert einen vielversprechenden Hinweis – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Die kurze Antwort
Eine im Juli 2026 veröffentlichte kontrollierte Ernährungsstudie untersuchte 79 Erwachsene mit einer metabolisch bedingten Fettleber.
Eine Gruppe aß sechs Wochen lang jeden Tag:
- 200 Gramm rohe Tomaten
- 50 Gramm Tomatensauce
Die Vergleichsgruppe sollte während dieser Zeit vollständig auf Tomaten verzichten.
Nach sechs Wochen war ein Messwert für das Leberfett in der Tomatengruppe stärker gesunken als in der Kontrollgruppe. Körpergewicht, Bauchumfang, Blutzucker, Blutfette, Leberwerte und Anzeichen einer Lebervernarbung verbesserten sich dagegen nicht deutlich stärker.
Tomaten können deshalb ein sinnvoller Bestandteil einer leberfreundlichen Ernährung sein. Sie ersetzen aber weder Bewegung noch eine notwendige Gewichtsabnahme oder eine ärztliche Behandlung.
Was genau wurde in der Tomatenstudie untersucht?
Die POMOSANO-Studie wurde überwiegend an einem italienischen Forschungsinstitut für Magen-Darm- und Lebererkrankungen durchgeführt. Sie erschien am 30. Juli 2026 in der Fachzeitschrift Nutrients.
Teilnehmen durften Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren, bei denen eine metabolisch bedingte Fettleber festgestellt worden war. Der Body-Mass-Index durfte höchstens 30 betragen.
Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt.
| Studienmerkmal | Untersuchung |
|---|---|
| Anzahl der Teilnehmer | 79 Erwachsene |
| Tomatengruppe | 42 Personen |
| Kontrollgruppe | 37 Personen |
| Studiendauer | 6 Wochen |
| Tägliche Menge | 200 g rohe Tomaten und 50 g Tomatensauce |
| Vergleich | vollständig tomatenfreie Ernährung |
| Wichtigste Messung | Leberfettwert mit einem FibroScan |
| Sonstige Vorgabe | bisherige Lebensgewohnheiten möglichst beibehalten |
Die Forscher wollten also nicht testen, wie eine vollständige Ernährungsumstellung wirkt. Sie wollten möglichst gezielt herausfinden, ob der regelmäßige Verzehr von Tomaten einen zusätzlichen Unterschied machen kann.
Das entscheidende Ergebnis: Der Leberfettwert sank stärker
Das Leberfett wurde mit einem sogenannten FibroScan untersucht.
Dieses Gerät funktioniert ähnlich wie eine besondere Ultraschalluntersuchung. Es misst unter anderem den sogenannten CAP-Wert. Je höher dieser Wert ist, desto stärker ist die Leber gewöhnlich verfettet. Sinkt der Wert, spricht das für eine Abnahme der Fettansammlung.
Nach sechs Wochen zeigte sich:
- In der Kontrollgruppe sank der CAP-Wert im Mittelwertvergleich um 18 dB/m.
- In der Tomatengruppe sank er um 35 dB/m.
Der Rückgang war in der Tomatengruppe damit beinahe doppelt so hoch.
Wichtig ist allerdings: Die Einheit dB/m ist keine Prozentangabe. Ein Rückgang um 35 dB/m bedeutet daher nicht, dass das Leberfett um 35 Prozent abgenommen hat.
Die statistische Auswertung zeigte dennoch einen deutlichen Unterschied zwischen den Gruppen. Das spricht dafür, dass die zusätzliche Verbesserung in der Tomatengruppe wahrscheinlich nicht nur zufällig entstanden ist.
Warum verbesserte sich auch die Kontrollgruppe?
Auch die Teilnehmer, die vollständig auf Tomaten verzichten sollten, zeigten einen Rückgang des gemessenen Leberfettwertes.
Das wirkt zunächst überraschend, ist bei Ernährungsstudien aber nicht ungewöhnlich.
Wer an einer Gesundheitsstudie teilnimmt, achtet häufig automatisch stärker auf seine Ernährung. Manche Teilnehmer bewegen sich möglicherweise etwas mehr, essen bewusster oder trinken weniger Alkohol, ohne dass dies vollständig erfasst wird.
Auch natürliche Schwankungen der Messwerte können eine Rolle spielen.
Entscheidend ist daher nicht, dass sich ausschließlich die Tomatengruppe verbesserte. Entscheidend ist, dass die Verbesserung dort deutlich größer ausfiel.
Tomaten sind kein Heilmittel gegen Fettleber
Aus einer vielversprechenden Studie wird schnell eine übertriebene Schlagzeile.
Die Untersuchung beweist nicht, dass Tomaten:
- eine Fettleber vollständig heilen,
- eine Leberentzündung beseitigen,
- Narbengewebe in der Leber abbauen,
- Medikamente ersetzen,
- bei allen Menschen gleich wirken,
- vor Leberzirrhose oder Leberkrebs schützen.
Nachgewiesen wurde lediglich, dass sich ein bestimmter Messwert für die Fettansammlung in der Leber innerhalb von sechs Wochen stärker verringerte.
Das ist ein interessantes Ergebnis. Es ist aber noch kein Nachweis für einen langfristigen Schutz vor schweren Lebererkrankungen.
Was sich nicht deutlich verbesserte
Die Forscher untersuchten neben dem Leberfett zahlreiche weitere Werte.
Zwischen Tomaten- und Kontrollgruppe zeigten sich keine überzeugenden Unterschiede bei:
- Körpergewicht,
- BMI,
- Bauchumfang,
- gesamtem Körperfett,
- geschätztem innerem Bauchfett,
- Lebersteifigkeit,
- Fibroserisiko,
- Blutzucker,
- Langzeitblutzucker,
- Insulinwerten,
- Cholesterin,
- Triglyceriden,
- Leberenzymen,
- Entzündungswerten.
Das Ergebnis ist deshalb enger begrenzt, als manche Schlagzeilen vermuten lassen.
Weniger gemessenes Leberfett bedeutet nicht automatisch, dass gleichzeitig alle anderen Stoffwechsel- und Leberwerte besser werden.
Warum die unveränderten Blutwerte trotzdem interessant sind
Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Studie sei enttäuschend, weil Leberwerte, Blutzucker und Cholesterin unverändert blieben.
Tatsächlich macht gerade dieser Befund die Untersuchung glaubwürdiger.
Die Wissenschaftler behaupten nicht, Tomaten hätten den gesamten Stoffwechsel innerhalb von sechs Wochen normalisiert. Sie berichten einen klar begrenzten Effekt: Der Leberfettwert ging stärker zurück.
Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass eine Veränderung des Leberfetts nicht immer sofort an den üblichen Blutwerten erkennbar sein muss.
Was ist eine metabolisch bedingte Fettleber?
Der heute verwendete Fachbegriff lautet MASLD.
Die Abkürzung steht für „Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease“. Auf Deutsch spricht man von einer metabolischen Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung.
Der Begriff ersetzt weitgehend die frühere Bezeichnung „nicht-alkoholische Fettlebererkrankung“.
Gemeint ist eine Fettansammlung in der Leber, die zusammen mit mindestens einem Stoffwechselrisiko auftritt. Dazu können unter anderem gehören:
- erhöhtes Körpergewicht,
- ein vergrößerter Bauchumfang,
- Typ-2-Diabetes oder erhöhte Blutzuckerwerte,
- Bluthochdruck,
- ungünstige Blutfettwerte.
MASLD kann auch bei Menschen auftreten, die nicht stark übergewichtig sind. Übergewicht, insbesondere ausgeprägtes Bauchfett, erhöht das Risiko jedoch deutlich.
Die Erkrankung reicht von einer einfachen Fettansammlung bis zu einer entzündeten und später möglicherweise vernarbten Leber. Nicht jeder Betroffene entwickelt schwere Leberschäden. Bei einem Teil der Patienten kann die Erkrankung jedoch fortschreiten.
Leberverfettung, Entzündung und Vernarbung sind nicht dasselbe
Für die richtige Einordnung sind drei Stufen wichtig.
Einfache Leberverfettung
In den Leberzellen sammelt sich vermehrt Fett an. Eine ausgeprägte Entzündung oder Vernarbung muss noch nicht vorhanden sein.
Entzündete Fettleber
Kommt eine Entzündung mit Schädigung der Leberzellen hinzu, wird heute von MASH gesprochen. Früher war dafür häufig die Abkürzung NASH gebräuchlich.
Leberfibrose
Bei länger anhaltender Schädigung kann sich Narbengewebe bilden. Schreitet dieser Umbau weiter fort, kann daraus eine Leberzirrhose entstehen.
Die Tomatenstudie zeigte eine Verbesserung beim gemessenen Leberfett. Eine Rückbildung von Entzündung oder Vernarbung wurde nicht nachgewiesen.
Warum könnten Tomaten das Leberfett beeinflussen?
Die Studie zeigt einen möglichen Effekt, erklärt aber nicht abschließend, wodurch er entstanden ist.
Tomaten bestehen aus zahlreichen Inhaltsstoffen, die zusammenwirken können. Besonders häufig wird dabei der rote Pflanzenstoff Lycopin genannt.
Lycopin: Der rote Pflanzenstoff der Tomate
Lycopin gehört zur Gruppe der Carotinoide und gibt reifen Tomaten ihre kräftige rote Farbe.
In der Forschung wird Lycopin unter anderem wegen seiner antioxidativen Eigenschaften untersucht. Antioxidative Pflanzenstoffe können Vorgänge beeinflussen, die mit Zellstress und Entzündungsreaktionen zusammenhängen.
Tomaten enthalten neben Lycopin jedoch auch:
- Beta-Carotin,
- verschiedene Polyphenole,
- weitere Carotinoide,
- Ballaststoffe,
- Vitamine und Mineralstoffe.
Es wäre deshalb zu einfach, die mögliche Wirkung ausschließlich dem Lycopin zuzuschreiben.
Die Forscher vermuten, dass Inhaltsstoffe der Tomate verschiedene Vorgänge im Leberstoffwechsel beeinflussen könnten. Denkbar sind unter anderem eine geringere Neubildung von Fett in der Leber, eine stärkere Fettverbrennung und eine günstigere Beeinflussung entzündlicher Prozesse.
Diese Wirkwege wurden in der Studie jedoch nicht direkt gemessen. Auch der Lycopinspiegel im Blut der Teilnehmer wurde nicht bestimmt.
Die Studie zeigt daher nicht, welcher einzelne Inhaltsstoff verantwortlich war.
Warum rohe und gekochte Tomaten kombiniert wurden
Die Teilnehmer aßen nicht nur frische Tomaten und nicht nur Sauce. Sie erhielten beide Formen.
Das ist wahrscheinlich kein Zufall.
Rohe Tomaten liefern das vollständige Lebensmittel mit Fruchtfleisch, Schale und verschiedenen teilweise hitzeempfindlichen Bestandteilen.
Beim Erhitzen werden dagegen Zellstrukturen aufgebrochen. Dadurch kann Lycopin für den Körper leichter verfügbar werden. Gekochte Tomatenprodukte können deshalb trotz der Verarbeitung eine wertvolle Ergänzung zu frischen Tomaten sein.
Die Kombination könnte unterschiedliche Vorteile miteinander verbunden haben:
- rohe Tomaten für das möglichst unveränderte Lebensmittel,
- gekochte Tomaten für besser verfügbares Lycopin.
Welche der beiden Formen wichtiger war, lässt sich aus der Studie nicht ableiten. Dafür hätte es zusätzliche Gruppen geben müssen, die entweder nur rohe oder nur gekochte Tomaten erhielten.
Ist Olivenöl sinnvoll?
Lycopin ist fettlöslich. Eine kleine Menge Fett in derselben Mahlzeit kann seine Aufnahme unterstützen.
Eine Tomatensauce oder ein Tomatensalat kann daher mit etwas Olivenöl kombiniert werden. Mehr ist dabei nicht automatisch besser. Ein bis zwei Teelöffel reichen für viele Gerichte bereits aus.
Wer große Mengen Öl zusätzlich zur bisherigen Ernährung verwendet, erhöht dagegen die Kalorienzufuhr. Gerade bei einer Fettleber und bestehendem Übergewicht kann das den eigentlichen Zielen entgegenwirken.
Sinnvoll ist deshalb:
Olivenöl maßvoll verwenden und damit ungünstigere Fette oder schwere Saucen ersetzen, statt es zusätzlich über jede Mahlzeit zu geben.
Die Wirkung von Olivenöl wurde in der Tomatenstudie nicht als eigener Faktor untersucht.
Wie viele Tomaten wurden täglich gegessen?
Die untersuchte Tagesmenge bestand aus:
- 200 Gramm rohen Tomaten
- 50 Gramm Tomatensauce
200 Gramm rohe Tomaten entsprechen ungefähr:
- einer großen Fleischtomate,
- zwei mittelgroßen Tomaten,
- einer gut gefüllten Schale kleiner Tomaten.
Die genaue Zahl hängt stark von der Sorte und Größe ab.
50 Gramm Sauce entsprechen ungefähr drei bis vier Esslöffeln.
Am einfachsten ist es, die Portionen zu Beginn einmal mit einer Küchenwaage abzuwiegen. Schon nach wenigen Tagen lässt sich die Menge meist recht zuverlässig mit dem Auge einschätzen.
Muss man die Studienmenge genau einhalten?
Die Wirkung anderer Mengen wurde nicht untersucht.
Man kann deshalb nicht sicher sagen, ob 100 Gramm genauso wirksam wären oder ob eine größere Portion einen stärkeren Nutzen hätte. Die verwendete Menge ist eine Orientierung und keine medizinische Dosierung.
Eine alltagstaugliche Umsetzung kann so aussehen:
Mittags: 200 Gramm frische Tomaten als Salat oder Beilage.
Abends: mindestens 50 Gramm einfache Tomatensauce in einer Gemüsepfanne, Suppe oder zu Hülsenfrüchten.
Die Portion darf auch auf zwei Mahlzeiten verteilt werden.
Welche Tomatensauce ist geeignet?
Nicht jedes rote Produkt im Supermarkt entspricht dem, was man unter einer einfachen Tomatensauce versteht.
Empfehlenswert
Gut geeignet sind Produkte, die hauptsächlich aus Tomaten bestehen:
- passierte Tomaten,
- stückige Dosentomaten,
- selbst gekochte Tomatensauce,
- einfache Passata,
- Tomatensauce mit Kräutern und wenig Salz.
Die genaue in der Studie verwendete Sauce lässt sich nicht eins zu eins auf jedes Handelsprodukt übertragen. Für den Alltag kommt eine möglichst einfache Sauce dem untersuchten Grundprinzip aber näher als ein stark verarbeitetes Fertigprodukt.
Ketchup ist kein gleichwertiger Ersatz
Ketchup wurde in der Studie nicht untersucht.
Viele Sorten enthalten neben Tomaten größere Mengen:
- zugesetzten Zucker,
- Salz,
- Verdickungsmittel,
- weitere Zutaten.
Ein kleiner Klecks Ketchup ist nicht grundsätzlich verboten. Er sollte jedoch nicht als tägliche Studienportion betrachtet werden.
Zählt Tomatenmark?
Tomatenmark ist stark konzentriert und enthält ebenfalls Lycopin. Es eignet sich hervorragend, um Suppen, Saucen und Eintöpfen mehr Geschmack zu geben.
Die Studie verwendete jedoch 50 Gramm Tomatensauce und nicht 50 Gramm Tomatenmark. Beide Produkte sind deshalb nicht unmittelbar austauschbar.
Ein bis zwei Teelöffel Tomatenmark können eine Sauce sinnvoll ergänzen. Eine Aussage über die gleiche Wirkung wie in der Studie ist daraus aber nicht möglich.
Sind Dosentomaten geeignet?
Dosentomaten sind besonders außerhalb der deutschen Tomatensaison eine praktische Möglichkeit.
Sie werden reif verarbeitet, sind lange haltbar und lassen sich unkompliziert für Suppen, Saucen und Gemüsegerichte verwenden.
Ob Dosentomaten exakt dieselbe Wirkung wie die in der Studie bereitgestellte Sauce haben, wurde nicht geprüft. Als wenig verarbeitetes Tomatenprodukt passen sie jedoch gut in eine ausgewogene mediterrane Ernährung.
Was ist mit Tomatensaft?
Tomatensaft wurde in dieser Untersuchung ebenfalls nicht getestet.
Er kann Bestandteil der Ernährung sein, sollte aber wegen des teilweise hohen Salzgehalts nicht automatisch in großen Mengen getrunken werden. Zudem ersetzt Saft nicht vollständig die Struktur und Sättigungswirkung ganzer Tomaten.
Sind Lycopin-Kapseln eine Alternative?
Nein, zumindest lässt sich das aus dieser Studie nicht ableiten.
Untersucht wurden vollständige Lebensmittel, keine isolierten Lycopinpräparate.
Eine Tomate besteht aus weit mehr als einem einzelnen Pflanzenstoff. Außerdem verändern Tomaten wahrscheinlich die gesamte Zusammensetzung einer Mahlzeit: Sie ersetzen möglicherweise kalorienreichere Beilagen, liefern Volumen und lassen sich mit Gemüse, Hülsenfrüchten und Kräutern kombinieren.
Hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel sollten daher nicht auf eigene Faust als Fettlebertherapie eingesetzt werden.
So integrieren Sie die Studienmenge in Ihren Alltag
Die beste Ernährungsstrategie ist nicht die komplizierteste. Sie ist diejenige, die sich dauerhaft wiederholen lässt.
Schritt 1: Messen Sie die Menge einmal ab
Wiegen Sie an zwei oder drei Tagen jeweils 200 Gramm Tomaten und 50 Gramm Sauce ab.
So entwickeln Sie schnell ein Gefühl dafür, wie die Studienportion auf Ihrem Teller aussieht.
Schritt 2: Essen Sie Tomaten nicht nur zusätzlich
Ein häufiger Fehler besteht darin, gesunde Lebensmittel einfach zur bisherigen Ernährung hinzuzufügen.
Wer seine übliche Pizza, große Portion Nudeln, Wurst oder Süßigkeiten unverändert weiterisst und lediglich eine Tomate ergänzt, verändert die Gesamtbelastung des Stoffwechsels nur wenig.
Besser ist der Austausch:
- Tomatensalat statt Wurstvorspeise,
- Tomatensauce statt Sahnesauce,
- Gemüse mit Tomate statt Fertiggericht,
- Tomaten-Bohnen-Salat statt kalorienreicher Zwischenmahlzeit.
Schritt 3: Verbinden Sie Tomaten mit sättigenden Lebensmitteln
Tomaten allein sättigen oft nicht lange.
Gute Partner sind:
- Linsen,
- Bohnen,
- Kichererbsen,
- Fisch,
- Eier,
- Naturjoghurt,
- Hüttenkäse,
- Vollkornbrot,
- Kartoffeln,
- weiteres Gemüse.
So entsteht eine vollständige Mahlzeit statt einer kleinen Beilage.
Schritt 4: Kombinieren Sie roh und gekocht
Orientieren Sie sich am Aufbau der Studie.
Essen Sie einen Teil frisch und einen Teil als Sauce oder in einem gekochten Gericht. Dadurch wird die Ernährung abwechslungsreicher und die tägliche Portion lässt sich leichter erreichen.
Schritt 5: Bereiten Sie Sauce auf Vorrat vor
Eine einfache Tomatensauce lässt sich portionsweise einfrieren.
Praktisch sind kleine Behälter oder Eiswürfelformen. Nach dem Gefrieren können die Portionen in einen größeren Gefrierbeutel oder eine Dose umgefüllt werden.
So steht auch an Tagen mit wenig Zeit eine vorbereitete Tomatengrundlage zur Verfügung.
Sieben einfache Ideen für rohe und gekochte Tomaten
1. Tomaten-Bohnen-Salat
200 Gramm Tomaten würfeln und mit weißen Bohnen, Zwiebeln, Petersilie, etwas Olivenöl und einem milden Essig mischen.
Die Bohnen liefern Eiweiß und Ballaststoffe und machen den Salat deutlich sättigender.
2. Tomaten mit Hüttenkäse
Tomaten in Scheiben schneiden und mit Hüttenkäse, Pfeffer, Schnittlauch und Kräutern servieren.
Dazu passt eine kleine Scheibe Vollkornbrot.
3. Linsen-Tomatensauce
Zwiebeln sanft andünsten, passierte Tomaten und gekochte Linsen hinzufügen und mit Oregano oder Thymian würzen.
Die Sauce passt zu Gemüse, Kartoffeln oder einer kleinen Portion Vollkornnudeln.
4. Tomaten-Gurken-Salat
Tomaten und Gurken mit frischen Kräutern, Zitronensaft und wenig Olivenöl vermischen.
Durch Kichererbsen oder ein gekochtes Ei wird daraus eine vollständige Mahlzeit.
5. Gemüsepfanne mit Tomatensauce
Zucchini, Paprika, Aubergine oder Pilze anbraten und mit passierten Tomaten ablöschen.
Eine Portion Bohnen, Tofu, Fisch oder Geflügel ergänzt Eiweiß.
6. Tomatensuppe mit Hülsenfrüchten
Passierte Tomaten mit Gemüsebrühe, Möhren, Sellerie und roten Linsen köcheln lassen.
Die Linsen machen die Suppe cremig, ohne dass Sahne notwendig ist.
7. Ofentomaten mit Kräutern
Tomaten halbieren und mit Knoblauch, Thymian und wenig Olivenöl im Ofen garen.
Sie passen zu Fisch, Bohnen, Kartoffeln oder einem Naturjoghurt-Kräuter-Dip.
Ein einfacher Tagesplan nach dem Studienprinzip
Frühstück
Vollkornbrot mit Hüttenkäse und einigen Tomatenscheiben.
Mittagessen
Eine große Schale Tomaten-Gurken-Bohnen-Salat. Insgesamt sollten über den Tag ungefähr 200 Gramm rohe Tomaten erreicht werden.
Abendessen
Gemüsepfanne mit Linsen und mindestens drei bis vier Esslöffeln einfacher Tomatensauce.
Dieser Tagesplan ist keine medizinische Diät. Er zeigt lediglich, wie sich die in der Studie verwendete Menge ohne großen Aufwand in normale Mahlzeiten integrieren lässt.
Die fünf wirklich wichtigen Maßnahmen bei Fettleber
Tomaten können ein sinnvoller Baustein sein. Die Grundlagen der Fettleberbehandlung bleiben jedoch wesentlich umfassender.
1. Bei Übergewicht nachhaltig abnehmen
Die europäischen Fachleitlinien empfehlen bei MASLD und Übergewicht eine dauerhafte Gewichtsabnahme.
Als Orientierung gelten:
- mindestens 5 Prozent weniger Gewicht, um das Leberfett zu verringern,
- 7 bis 10 Prozent, um eine Leberentzündung zu verbessern,
- mindestens 10 Prozent, um die Wahrscheinlichkeit einer Fibroseverbesserung zu erhöhen.
Das sind Zielbereiche und keine Garantie für den einzelnen Menschen.
Bei einem Ausgangsgewicht von 90 Kilogramm entsprechen fünf Prozent etwa 4,5 Kilogramm. Eine langsame, dauerhafte Abnahme ist meist hilfreicher als eine kurze Radikaldiät.
2. Die Ernährungsqualität insgesamt verbessern
Aktuelle Leitlinien empfehlen ein Ernährungsmuster, das einer mediterranen Ernährung ähnelt.
Dazu gehören vor allem:
- viel Gemüse,
- Hülsenfrüchte,
- Nüsse in angemessener Menge,
- Vollkornprodukte,
- Fisch,
- möglichst wenig stark verarbeitetes Fleisch,
- wenig stark verarbeitete Lebensmittel,
- keine oder möglichst wenige zuckerhaltige Getränke.
Tomaten passen hervorragend in dieses Muster. Sie sind jedoch nur ein Teil davon.
Die Tomate wird besonders wertvoll, wenn sie ungünstige Lebensmittel ersetzt und mit anderem Gemüse, Hülsenfrüchten und einer maßvollen Menge Olivenöl kombiniert wird.
3. Regelmäßig bewegen
Für Erwachsene mit MASLD wird Bewegung ausdrücklich empfohlen.
Als Orientierung gelten möglichst mehr als 150 Minuten Bewegung mit mittlerer Anstrengung pro Woche. Das entspricht beispielsweise fünf Einheiten von jeweils etwa 30 Minuten.
Geeignet sind unter anderem:
- zügiges Gehen,
- Radfahren,
- Schwimmen,
- Wandern,
- Gartenarbeit mit spürbarer Belastung,
- angepasstes Krafttraining.
Entscheidend ist nicht die perfekte Sportart. Wichtig ist eine Bewegung, die zum Gesundheitszustand passt und langfristig durchgehalten werden kann.
Auch normalgewichtige Menschen mit MASLD profitieren von Ernährung und Bewegung.
4. Alkohol nicht unterschätzen
Die Bezeichnung „metabolische Fettleber“ bedeutet nicht, dass Alkohol bedeutungslos wäre.
Alkohol und Stoffwechselprobleme können die Leber gemeinsam belasten. Bei einer diagnostizierten Lebererkrankung sollte der tatsächliche Konsum offen mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Menschen mit einer steatotischen Lebererkrankung wird insbesondere bei mittlerem oder hohem Konsum vom Alkoholtrinken abgeraten. Bei fortgeschrittener Fibrose oder Zirrhose sollte vollständig und dauerhaft auf Alkohol verzichtet werden.
5. Begleiterkrankungen behandeln
Eine Fettleber tritt häufig zusammen mit anderen Stoffwechselproblemen auf.
Wichtig sind daher Kontrollen und gegebenenfalls Behandlungen von:
- Typ-2-Diabetes,
- erhöhtem Blutzucker,
- Bluthochdruck,
- hohen Triglyceriden,
- ungünstigem LDL-Cholesterin,
- starkem Übergewicht,
- ausgeprägtem Bauchfett.
Eine einzelne Ernährungsmaßnahme kann diese Risikofaktoren nicht ersetzen.
Häufige Fehler bei Tomaten gegen Fettleber
Fehler 1: Tomaten als Wundermittel betrachten
Die Studie zeigt einen interessanten kurzfristigen Effekt. Sie beweist keine Heilung und keinen langfristigen Schutz vor Leberzirrhose.
Fehler 2: Ketchup als Tomatensauce zählen
Ketchup entspricht nicht der untersuchten Tomatensauce und kann größere Mengen Zucker und Salz enthalten.
Fehler 3: Tomaten zusätzlich zur bisherigen Ernährung essen
Der größte Nutzen entsteht wahrscheinlich dann, wenn Tomatengerichte ungünstigere Speisen ersetzen.
Fehler 4: Große Mengen Olivenöl verwenden
Etwas Olivenöl kann sinnvoll sein. Zu viel Öl liefert jedoch sehr viele zusätzliche Kalorien.
Fehler 5: Lycopinpräparate kaufen
Die Studie untersuchte Lebensmittel und keine Kapseln.
Fehler 6: Alkohol und zuckerhaltige Getränke ignorieren
Tomaten gleichen eine dauerhaft ungünstige Ernährung oder regelmäßigen Alkoholkonsum nicht aus.
Fehler 7: Medikamente selbstständig absetzen
Auch bei besseren Messwerten sollten Medikamente niemals ohne Rücksprache verändert werden.
Fehler 8: Ärztliche Kontrollen durch eine Küchenroutine ersetzen
Ob das Leberfett tatsächlich sinkt, lässt sich zu Hause nicht zuverlässig feststellen.
Für wen gelten die Studienergebnisse nur eingeschränkt?
Die Untersuchung war bewusst auf eine bestimmte Teilnehmergruppe begrenzt.
Daher lassen sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres übertragen auf:
- Menschen über 65 Jahre,
- Personen mit einem BMI über 30,
- Menschen mit fortgeschrittener Leberfibrose,
- Patienten mit Leberzirrhose,
- Personen mit Virushepatitis,
- Menschen mit autoimmunen Lebererkrankungen,
- medikamentenbedingte Leberschäden,
- alkoholbedingte Lebererkrankungen.
Auch Menschen mit ausgeprägtem Übergewicht können selbstverständlich Tomaten essen. Die Studie beweist nur nicht, dass bei ihnen dieselbe Menge denselben Effekt erzielt.
Wann ist besondere Vorsicht sinnvoll?
Normale Lebensmittelmengen werden von den meisten Menschen gut vertragen. Eine Anpassung kann jedoch erforderlich sein bei:
- einer Tomatenallergie,
- starkem Sodbrennen oder Reflux,
- einer schweren Nierenerkrankung,
- einer ärztlich verordneten kaliumarmen Ernährung,
- individuellen Unverträglichkeiten.
Wer rohe Tomaten nicht gut verträgt, kann die Portion auf zwei Mahlzeiten verteilen. Ein Teil kann außerdem gegart verzehrt werden.
Wie lässt sich feststellen, ob die Leber gesünder wird?
Eine Fettleber lässt sich weder erfühlen noch anhand des Körpergewichts sicher beurteilen.
Auch normale Leberwerte schließen eine Fettansammlung oder Vernarbung nicht zuverlässig aus.
Je nach Ausgangslage kann die ärztliche Kontrolle unter anderem umfassen:
- Leberwerte,
- Blutzucker und HbA1c,
- Blutfette,
- Blutdruck,
- Bauchumfang und Gewicht,
- einen FIB-4-Risikowert,
- Ultraschall,
- FibroScan beziehungsweise Elastografie.
Bei Menschen mit erhöhtem Risiko wird häufig ein stufenweises Vorgehen empfohlen. Zunächst können Blutwerte und daraus berechnete Risikowerte eingesetzt werden. Bei entsprechendem Verdacht folgen bildgebende Verfahren wie die Elastografie.
Die Tomatenstudie ist daher kein Grund, nach sechs Wochen auf eigene Kosten wahllos Untersuchungen durchführen zu lassen. Der passende Kontrollzeitpunkt sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
Wie zuverlässig ist die neue Tomatenstudie?
Die Untersuchung besitzt einige klare Stärken.
Die Teilnehmer wurden zufällig auf die beiden Gruppen verteilt. Die Personen, die die FibroScan-Messungen durchführten, wussten nicht, wer Tomaten gegessen hatte. Außerdem wurden die Tomatenprodukte für die Studie standardisiert bereitgestellt.
Das erhöht die Aussagekraft.
Dennoch bleiben wichtige Einschränkungen.
Nur 79 Teilnehmer
Für eine erste kontrollierte Ernährungsstudie ist das beachtlich. Für eine allgemeine medizinische Empfehlung ist die Gruppe jedoch klein.
Nur sechs Wochen
Lebererkrankungen entwickeln sich über Monate und Jahre. Ob der beobachtete Effekt langfristig bestehen bleibt, ist unbekannt.
Keine objektive Kontrolle des Tomatenverzehrs
Die Einhaltung der Vorgaben wurde vor allem über Beratung und Angaben der Teilnehmer kontrolliert.
Lycopin- oder Carotinoidwerte im Blut wurden nicht gemessen. Dadurch lässt sich nicht völlig sicher überprüfen, wie konsequent die Vorgaben eingehalten wurden.
Keine Trennung zwischen roh und gekocht
Die Studie untersuchte die Kombination aus rohen Tomaten und Tomatensauce.
Sie kann daher nicht beantworten, ob rohe Tomaten, gekochte Tomaten oder gerade die Kombination den größten Anteil am Ergebnis hatten.
Keine Aussage zu schweren Krankheitsfolgen
Untersucht wurde ein Messwert für die Leberverfettung.
Ob tägliche Tomaten langfristig Leberentzündungen, Fibrose, Zirrhose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern, ist damit nicht bewiesen.
Warum die Studie trotzdem wichtig ist
Trotz dieser Grenzen handelt es sich nicht nur um eine Beobachtung oder eine Befragung.
Es war eine kontrollierte, zufällig zugeteilte Ernährungsstudie an Menschen mit bereits bestehender MASLD. Damit liefert sie einen ernst zu nehmenden Hinweis, der nun in größeren und längeren Untersuchungen bestätigt werden muss.
Häufige Fragen zu Tomaten und Fettleber
Können Tomaten eine Fettleber heilen?
Nein. Die neue Studie zeigte eine stärkere Abnahme eines Messwertes für Leberfett. Eine vollständige Heilung, eine Rückbildung der Fibrose oder ein langfristiger Schutz vor Folgeerkrankungen wurde nicht nachgewiesen.
Wie viele Tomaten sollte man täglich essen?
In der Studie wurden täglich 200 Gramm rohe Tomaten und 50 Gramm Tomatensauce verwendet. Diese Menge ist eine Orientierung, keine medizinisch festgelegte Dosierung.
Sind rohe oder gekochte Tomaten besser?
Die Untersuchung kombinierte beide Formen. Erhitzte Tomaten können besser verfügbares Lycopin liefern, während rohe Tomaten das vollständige, wenig verarbeitete Lebensmittel darstellen. Welche Form entscheidend war, ist nicht bekannt.
Kann ich die rohen Tomaten durch mehr Sauce ersetzen?
Das wurde nicht untersucht. Die Ergebnisse gelten zunächst nur für die getestete Kombination.
Ist Tomatenmark genauso gut?
Tomatenmark ist ein konzentriertes Tomatenprodukt und kann eine gesunde Küche bereichern. Es ist jedoch nicht automatisch mit der in der Studie verwendeten Menge Tomatensauce gleichzusetzen.
Zählt Ketchup?
Ketchup wurde nicht untersucht und ist wegen möglicher Zucker- und Salzzusätze kein gleichwertiger Ersatz für eine einfache Tomatensauce.
Wie lange muss man Tomaten essen?
Die Studiendauer betrug sechs Wochen. Ob der Effekt danach bestehen bleibt oder bei längerer Anwendung weiter zunimmt, ist unbekannt.
Gilt das Ergebnis auch für Menschen über 65?
Menschen über 65 nahmen nicht an der Studie teil. Eine direkte Übertragung auf ältere Personen ist deshalb wissenschaftlich noch nicht belegt.
Gilt die Studie bei starkem Übergewicht?
Teilnehmer mit einem BMI über 30 wurden ausgeschlossen. Ob der gleiche Effekt auch bei Adipositas auftritt, muss weiter untersucht werden.
Reichen Tomaten aus, wenn ich ansonsten nichts ändere?
Nein. Bei einer metabolischen Fettleber bleiben eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Gewichtsmanagement, der Umgang mit Alkohol und die Behandlung bestehender Stoffwechselerkrankungen entscheidend.
Darf ich meine Medikamente reduzieren, wenn ich täglich Tomaten esse?
Nein. Medikamente sollten nur in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt verändert werden.
Tomaten sind ein sinnvoller Baustein – aber keine Fettlebertherapie
Die neue POMOSANO-Studie liefert einen bemerkenswerten Hinweis.
Erwachsene mit einer metabolisch bedingten Fettleber aßen sechs Wochen lang täglich 200 Gramm rohe Tomaten und 50 Gramm Tomatensauce. Ihr gemessener Leberfettwert sank stärker als bei Teilnehmern, die vollständig auf Tomaten verzichteten.
Der Effekt trat auf, ohne dass die Tomatengruppe deutlich mehr Gewicht oder Bauchfett verlor.
Gleichzeitig blieben viele andere wichtige Werte unverändert. Weder eine Verbesserung der Lebervernarbung noch eine allgemeine Normalisierung von Blutzucker, Blutfetten oder Leberwerten wurde nachgewiesen.
Die richtige Schlussfolgerung lautet daher nicht:
Tomaten heilen eine Fettleber.
Sondern:
Rohe und gekochte Tomaten könnten eine leberfreundliche Ernährung sinnvoll unterstützen.
Die praktische Umsetzung ist erfreulich einfach: täglich eine große Portion frische Tomaten, dazu einige Esslöffel einfache Tomatensauce – am besten als Bestandteil einer insgesamt mediterran geprägten Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, regelmäßiger Bewegung und möglichst wenig Alkohol und stark verarbeiteten Lebensmitteln.
Tomaten sind kein Wundermittel. Aber sie sind ein erschwingliches, vielseitiges und wohlschmeckendes Lebensmittel, das sich ohne komplizierte Regeln in den Alltag integrieren lässt.
Medizinischer Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose, Untersuchung oder Behandlung. Eine bekannte oder vermutete Lebererkrankung sollte ärztlich abgeklärt werden. Medikamente dürfen nicht eigenmächtig verändert oder abgesetzt werden.
Eine neue Studie liefert Hinweise darauf, dass täglich rohe Tomaten und Tomatensauce das gemessene Leberfett reduzieren könnten. Was tatsächlich belegt ist, wie viel Tomate untersucht wurde und warum das beliebte Gemüse dennoch keine Fettlebertherapie ersetzt.
Quellen und weiterführende Links
POMOSANO-Studie zu Tomaten und Leberverfettung
Tatoli, Rossella et al.: Effect of Tomato Consumption on Liver Steatosis in MASLD: A Randomized Controlled Trial – POMOSANO Study. Nutrients, 2026, Band 18, Artikel 2476.
https://doi.org/10.3390/nu18152476
https://www.mdpi.com/2072-6643/18/15/2476
Europäische Leitlinie zu MASLD
EASL, EASD und EASO: Clinical Practice Guidelines on the Management of Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease.
https://www.journal-of-hepatology.eu/article/S0168-8278(24)00329-5/fulltext
Zusammenfassung der europäischen MASLD-Leitlinie
EASL, EASD und EASO: Clinical Practice Guidelines on the Management of Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease – Executive Summary.
https://link.springer.com/article/10.1007/s00125-024-06196-3
Deutsche Leitlinienergänzung zur neuen MASLD-Nomenklatur
Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten und AWMF: Amendment zur Leitlinie über Fettlebererkrankungen und die neue MASLD-Nomenklatur.
Lycopin aus rohen und verarbeiteten Tomaten
Humanstudie zur unterschiedlichen Verfügbarkeit von Lycopin aus frischen und verarbeiteten Tomatenprodukten.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10443333/
Tomaten, Olivenöl und Lycopinaufnahme
Humanstudie zum Einfluss von Olivenöl auf die Aufnahme von Lycopin aus gekochten Tomaten.

